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Die Schwierigkeiten des Erwachsen werden - Teil 1:Verantwortung


Für viele Leute ist es wohl die schönste Zeit des Lebens, man ist endlich frei und nicht mehr auf seine Eltern angewiesen. Das Erwachsenwerden wird im Rückblick häufig glorifiziert, während man darin ist, hat es aber sehr wohl auch seine negativen Seiten.

Wenn man ein Kind ist kann man mehr oder weniger tun was man will. Klar hat es in diesem Moment Konsequenzen, aber nicht für das Leben in der Zukunft. Alles was man tut kann man später als kindliche oder jugendliche Dummheit klassifizieren und man ist fein raus. Wenn man aber nun älter wird haben die Entscheidungen plötzlich viel grössere Konsequenzen. Dies auf mehreren Ebenen:

1: Der Lauf des Lebens:

Es gehört halt einfach zu unserer Kultur dazu, dass man am Ende seiner Teenagerzeit und etwas danach sehr grosse Lebensentscheidungen treffen muss. Man muss seinen beruflichen Lebensweg einläuten, ohne dass man eine Ahnung hat was einem gefällt, oder was man tun kann. Eine Fehlentscheidung hier kann den ganzen Lauf des Lebens in falsche Bahnen werfen.

Ernstere Beziehungen und Kinder sind häufig auch mit Mitte der 20er ein Thema obwohl man selbst fast noch ein Kind ist.

Ausserdem zieht man von Zuhause aus, hat das erste Mal finanziellen Druck und die Verantwortung Ende des Monats für die Miete aufzukommen.

Natürlich haben die oben genannten Dinge auch positive Seiten. Liebe, Eigenverantwortung und berufliche Selbstheit können wunderschön sein. Aber es sind halt auch viele Dinge die alle zur selben Zeit auf Leute zukommen, die häufig sich selbst nicht bereit fühlen für solche Sachen.

2. Die rechtliche Ebene:

Als Jugendliche macht man Dinge die eigentlich völlig doof sind und man im Nachhinein den Kopf selbst darüber schüttelt. Ich habe selbst in meiner Jugend einige dumme Dinge in Verbindung mit Alkohol und leicht illegalen Sachen gemacht und das ist auch okay, es gehört dazu seine Grenzen auszutesten.

Bevor man 18 Jahre alt ist, macht man das alles sorgenlos. Klar hätte man grosse Probleme mit seinen Eltern, wenn man wirklich mal für eine kleine Dummheit von der Polizei verhaftet wird. Aber schlussendlich wäre das in der Zukunft egal. Doch mit dem 18. Geburtstag ist man immer noch der gleiche jugendliche Idiot wie am Tag davor, aber man muss nun aufpassen. Die Strafen für alle Delikte werden härter, aber vor allem kann eine Anzeige lebenslange Folgen haben und ist nicht gerade hilfreich bei der Jobsuche.

Klar müssen Leute für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden, aber es raubt einem schon ein bisschen seine jugendliche Unbekümmertheit.

3. Die gedankliche Ebene:

Wenn man nun etwas älter wird und sich über sich selbst mehr Gedanken macht als andere Leute, kann dies ziemlich hart sein. Da man nun ein erwachsener Mensch ist und es keine Entschuldigungen mehr für seine Taten gibt, erkennt man selbst, was für ein Mensch man ist. Auf Dinge die ich als Jugendlicher getan habe, kann ich zurückschauen und diese leicht als Dummheit verbuchen. Wenn ich aber auf Dinge schaue, die ich als 20-Jähriger getan habe, komme ich vielleicht zum Schluss, dass ich gar nicht so ein guter Mensch bin wie ich es immer von mir gedacht habe.

Die meisten Leute sein wahrscheinlich entweder wirklich so gute Menschen, oder reflektieren sich selbst nicht so stark. Aber für alle ist es so, dass man sich über seine eigenen Taten bewusst wird und merkt, dass man selbst nicht perfekt ist, wie man es im jugendlichen Übermut noch meint!

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